Arbeiten im Ausnahmezustand: Wie Sie als Team Veränderung meistern

Aktualisiert: 20. Okt 2020

Teamentwicklung in Zeiten von Corona:

Frischer Wind für Ihren Teamspirit


Die Corona-Krise hat unser Privat- und Arbeitsleben heftig durchgerüttelt, ja geradezu auf den Kopf gestellt. Binnen weniger Tage und Wochen wurden so viele Veränderungen eingeleitet, wie die meisten Unternehmen sonst in mehreren Jahren nicht umsetzen.


Damit hat die Corona-Krise von heute auf morgen alle Führungskräfte zu Change-Manager*innen gemacht. Lassen Sie uns deshalb einen Blick darauf werfen, was wir aus dem Change-Management für die aktuelle Situation in Teams lernen können.


Die Change-Kurve verrät: Veränderung ist emotional


Beginnen wir mit einem Klassiker: der Change-Kurve. Interessant ist dabei die y-Achse: die subjektiv wahrgenommene Kompetenz. In Veränderungsprozessen fühlen wir uns also immer mal wieder ziemlich inkompetent. Dies zugeben zu müssen, benötigt viel Vertrauen und ein gutes Miteinander. Idealerweise werden die negativen Emotionen durch positive Erlebnisse zumindest kompensiert. Außerdem muss der Sinn der Veränderung klar sein, damit schwierige Zeiten akzeptiert werden können.

Andrea Kron von kronkonsult berücksichtigt die Changekurve und Emotionen bei Veränderungsprojekten
Reaktionen im Zuge einer Veränderung; nach: Elisabeth Kübler-Ross (1969/2014): Interviews mit Sterbenden

Doch damit nicht genug: Was ständige neue Veränderungen auslösen


In der Corona-Krise erleb(t)en wir ad hoc sehr viele Änderungen. Wir sind also nicht nur mit einer singulären Change-Kurve konfrontiert. Stattdessen durchlaufen wir aktuell mehrere sich überlagernden Change-Kurven. Bei Unternehmen mit hoher Veränderungsdynamik ist dies Standard – bitter, dass nun auch noch die durch die Corona-Krise verursachten Änderungen hinzukommen:


Konzept der überlagernden Change-Kurven nach Andrea Kron von kronkonsult
Überlagernde Change-Kurven: auf eine Veränderung folgt die nächst

Dies macht sehr anschaulich, wie die Rahmenbedingungen für unsere Arbeit in Unternehmen und Organisationen aktuell ist. Die Anforderungen an jede*n Einzelne*n von uns, an jede Führungskraft und an die Teams sind sehr hoch. Kein Wunder also, dass einige Mitarbeitende oder gar ganze Teams in der Panik-Zone sind. Was nun?




Es ist nicht aussichtslos: 5 Faktoren für Wachstum und Resilienz


Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dabei auf die fünf Faktoren für persönliches Wachstum nach Martin Seligman zurückzugreifen:


1. Positive Emotionen

2. Einsatz der eigenen Stärken

3. Gelingende Beziehungen

4. Erleben von Sinn

5. Erfolgserlebnisse

Personen, die positive Emotionen erleben, gelingende Beziehungen pflegen etc. fühlen sich wohler, wachsen über sich hinaus und sind resilienter. Resilienz ist in vielen Unternehmen bereits angekommen, allerdings häufig die Aufgabe des betrieblichen Gesundheitsmanagements.


Mit der Resilienz ist es allerdings so wie mit der körperlichen Fitness – ein einmaliger Kurs reicht nicht. Wichtig ist ein Arbeitsumfeld, dass die Resilienz der einzelnen Mitarbeitenden fördert. Dies gelingt durch gute Führung und einen guten Team-Spirit, der sich vor allem durch unterstützende Beziehungen, gemeinsame Erfolgserlebnisse und erfüllende gemeinsame Erlebnisse auszeichnet.


Doppelt gut: auch die Motivation wird gefördert


Das Schöne ist: die Faktoren für persönliches Wohlbefinden, Wachstum und Resilienz haben eine große Schnittmenge mit den Treibern unserer Motivation.

Mapping des PERMA-Modells zu Motivation nach Deci & Ryan
Große Schnittmenge: Faktoren von Wachstum & Wohlbefinden mit Treibern unserer Motivation

Es lohnt sich also genau in diesen 5 Faktoren die Entwicklungsmöglichkeiten der einzelnen Mitarbeitenden und der kompletten Teams zu sehen. Auch unabhängig von der Corona-Krise.

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