Teambuilding zwischen Abenteuer-Event und Konflikt-Mediation

Aktualisiert: 23. Juli 2020

So wird Ihr Teambuilding ein Erfolg


Die meisten von uns arbeiten in Teams. Dementsprechend viele Teams gibt es. Weil das so ist, ist auch das Angebot an Teambuildings besonders groß: Die Palette reicht von Abenteuer-Events wie Rafting über Kommunikationstrainings im Team hin zu mediativen Workshops für Team-Konflikte.


Teambuilding mir Andrea Kron und kronkonsult ist Organisationsentwicklung
Teambuilding: bestehende Muster erkennen und neue Muster aufbauen

Natürlich hat jede Form ihre Berechtigung. Sollten Sie aber auf die Idee kommen, mit einem konfliktbehafteten Team zum Rafting zu gehen, werden Sie vermutlich von einer Welle erfasst: einer Konflikt-Welle. Warum?


Teams sind ein Paradebeispiel für soziale Systeme: Sie sind eine Gruppe von Personen, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Soziale Systeme neigen dazu ihre eigenen Verhaltensmuster in allen möglichen Kontexten zu re-inszenieren. Was heißt das? Treten bspw. häufig Konflikte in Teambesprechungen auf, werden sie vermutlich auch beim Rafting sichtbar.


Teams sind soziale Systeme und re-inszenieren ihre Muster


Ein typischer Reflex ist es dann, Probleme zu personalisieren, ganz im Sinne von „Frau oder Herr XY kann einfach nicht aus seiner/ihrer Haut“. Es ist einfach, die Verantwortung für Probleme einer Person zuzuordnen, denn dann müsste nur sie sich ändern oder eben gehen. Leider ist die Realität häufig nicht so trivial.


Nehmen wir das Beispiel einer Fußballmannschaft: findet während eines Spiels ein positions-getreuer Wechsel statt, verändert sich häufig wenig an der Spielweise. Wird jedoch das Spielsystem umgestellt, interagieren die Spieler häufig auf andere Weise miteinander. Der Vorteil bei Fußballspielen: die Analyse liefern uns meist unbeteiligte Kommentatoren.


Vor diesem Hintergrund drei Denkanstöße, damit Ihr Teambuilding ein Erfolg wird:


1) Vor einem Teambuilding: Wie tickt Ihr Team und was bringt es weiter?

Wie würden Sie Ihr Team aktuell beschreiben und was braucht es Ihrer Meinung nach gerade? Wie schätzen die übrigen Teammitglieder die Situation ein? Welche Art von Teambuilding unterstützt Sie dabei am besten?


2) Während des Teambuildings: Welche Muster entdecken Sie und welche wünschen Sie sich?

Treten Sie einen Schritt zurück und beobachten sich von außen – wie Kommentatoren bei einem Fußballspiel. Reflektieren Sie gemeinsam mit dem Team, was Ihre Zusammenarbeit oder Ihre Gemeinschaftsaktion erfolgreich gemacht oder was zu einem Problem geführt hat. Nur was uns bewusst ist, können wir entweder ändern oder ausbauen und institutionalisieren.


3) Nach dem Teambuilding: Welche Strukturen brauchen Sie?

Was brauchen Sie, um neue Muster zu etablieren? Wenn sich nach dem Teambuilding langfristig etwas ändern soll, müssen meist alle Team-Mitglieder an sich arbeiten und es bedarf unterstützender Strukturen. Lose Vereinbarungen reichen häufig nicht aus. Sie verpuffen so schnell wie gute Vorsätze am Neujahrstag. Arbeiten Sie also auch an neuen Strukturen, die Sie dabei unterstützen. Die Maßnahmen können so heterogen sein, wie Ihre Ziele: so könnten Sie bspw. bestimmte Tagesordnungspunkte im Jour-Fixe vorsehen oder eine monatliche „Erfolg-Feier“ institutionalisieren.


Gute Bedarfsanalyse, gemeinsame Reflexion und Aufbau neuer Strukturen sind die Erfolgsfaktoren


Kurz: Teams sind soziale Systeme. Wann immer wir an der Zusammenarbeit in Teams arbeiten, geht es darum Muster zu entdecken und mit ihnen zu arbeiten. Verhaltensmuster werden jedoch von äußeren Strukturen gestützt. Wollen wir Verhaltensmuster ändern, bedarf es auch der Anpassung von Strukturen. Wenn Sie all das berücksichtigen, wird Ihre Teamentwicklung ein Erfolg.

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